Entlastung der Feuerwehren im Kreis

Bund übernimmt Großteil der Kosten für den Umbau

Atemschutzgeräte sind für Feuerwehrleute echte Lebensretter. Besonders bei Bränden wären die Einsatzkräfte ohne sie häufig durch Sauerstoffmangel oder durch Einatmen gesundheitsschädigender Stoffe gefährdet.

Weil die Wartung und Pflege der Atemschutzausrüstungen mit viel Aufwand verbunden ist und eine spezielle Ausbildung erfordert, entsteht an der Kreisleitstelle in Brakel eine zentrale Atemschutzwerkstatt.

Hier soll zukünftig die Atemschutzausstattung aller Feuerwehren im Kreisgebiet durch speziell ausgebildete Techniker geprüft, gewartet, repariert, gereinigt und wieder einsatzbereit gemacht werden. „Diese Zentralisierung nimmt unseren freiwilligen Feuerwehren sehr viel Arbeit ab. Zudem werden die Haushalte der Städte entlastet, weil nicht mehr so viele Wehrleute an externen Schulungen teilnehmen müssen“, freut sich Landrat Friedhelm Spieker.

Bislang ist jede freiwillige Feuerwehr selbst für die Instandhaltung ihrer Atemschutzgeräte zuständig. „Die zentrale Werkstatt wird eine enorme Entlastung für die ehrenamtlichen Wehren, denn sie ersparen sich dann den sehr hohen Zeit- und Prüfaufwand“, erklärt Kreisbrandmeister Rudolf Lüke. „Zudem sollen die Atemschutzgeräte nach Einsätzen noch schneller wieder zur Verfügung stehen.“

Für die Feuerwehren im Kreisgebiet ergebe sich durch die neue Werkstatt in Bezug auf die Reparatur oder Reinigung der Atemschutzgeräte ein „Rundum-Service“. „Die Wehren brauchen sich nur bei der Werkstatt melden und die Geräte werden abgeholt. Sie werden kontrolliert, gewartet und gefüllt und dann wieder an die Wehren ausgeliefert, um für den nächsten Einsatz bereitzustehen“, so Lüke.

Landrat Friedhelm Spieker hebt besonders die Bedeutung von gemeindeübergreifenden Projekten hervor. „Die neue zentrale Atemschutzwerkstatt ist ein weiteres gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit, die sich im Kreis Höxter seit Jahren an vielen Stellen bestens bewährt hat“, so Landrat Spieker. Besonders erfreulich sei auch, dass ein Großteil der anfallenden Kosten von rund 600.000 Euro, die im Haushalt veranschlagt sind, durch das kommunale Investitionsförderungspaket des Bundes übernommen wird. „Das ist ein richtiger und wichtiger Impuls für unsere Region“, sagt Landrat Spieker.

Unter Federführung des beauftragten Ingenieurbüros Dreier aus Nieheim werden in einem ersten Arbeitsschritt in der Kreisfeuerwehrzentrale Brakel drei vorhandene Hallen baulich verändert. Hier entsteht der neue hochmoderne Funktions- und Arbeitsbereich für den Atemschutz. Ab Sommer soll der Umbau für die neue zentrale Atemschutzwerkstatt erfolgen und bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Zudem wurde mit Thomas Schlitt vom Kreis Höxter bereits ein ausgebildeter Atemschutzgerätewart als zusätzlicher Mitarbeiter in der neuen Werkstatt eingestellt. Er ist ehrenamtlich Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Willebadessen.

Gaben in der Kreisleitstelle in Brakel den Startschuss für die neue Atemschutzwerkstatt: (v. l.) Jürgen Ditter (Leiter der Abteilung Bevölkerungsschutz des Kreises Höxter), Kreisbrandmeister Rudolf Lüke, Landrat Friedhelm Spieker, Architekt Stefan Dreier, Leitstellenleiter Johannes Ritter, Jürgen Romund (Kreisleitstelle) und Thomas Schlitt (Atemschutzgerätewart).
Foto: Kreis Höxter