Infos für Einsatzkräfte

-In Überarbeitung!!!-

Infos für Einsatzkräfte – Keine Zeit zum Nachdenken

Wenn wir Menschen oder Tiere aus Notlagen befreien, Brände gelöscht, Verletzte oder Kranke versorgen, wenn wir in Notfällen helfen, dann sind Gefühle nicht gefragt. Es gibt kaum eine berufsmäßige oder ehrenamtliche Helfergruppe, die mit soviel Leid, Sterben und Tod konfrontiert wird wie Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Wir kommen dann zum Einsatz, wenn der Rahmen funktionierender Normalität auseinander bricht. Mit großer technischer Professionalität erledigen wir als Einsatzkräfte die Aufgabe, zu der wir einmal ja gesagt haben: Betroffenen in Not zu helfen. Und doch lässt sich einiges so einfach nicht wegstecken.

Entsetzliche Konfrontationen – Die Bilder holen uns ein

Nicht nur spektakuläre Einsätze, auch Routineaufgaben können Eindrücke hinterlassen, an denen ich zu kauen habe, weil sie immer wieder hochkommen. Es erschüttert, wenn wir manchmal nur ohnmächtig zusehen können. Wir werden konfrontiert mit:

  • entsetzlich verstümmelten oder verbrannten Menschen,Notfallseelsorge
  • sterbenden Menschen,
  • erfolgloser Reanimation von Kindern,
  • plötzlichem Kindstod,
  • Suizidenten,
  • Opfer sinnloser Gewalt,
  • dem Tod von Bekannten und Freunden,
  • Einsatzsituationen, in denen die eigene Gesundheit auf dem Spiel steht,
  • eigenem Fehlverhalten, das Folgen hat,
  • der Tatsache, dass unsere Hilfe trotz aller Anstrengung zu spät kommt.

Die Erinnerungen bleiben – Wenn es einfach zuviel wird…

Solche Einsätze können ganz heftig an die Nieren gehen. Eines ist allen gemeinsam: Die Bilder, die sich da geboten haben, bleiben ganz prägnant in Erinnerung. Mancher kann noch nach Jahren jede Einzelheit wiedergeben. Am Schlimmsten ist es, wenn Kinder oder Kameraden betroffen sind. Diese Bilder brennen sich in unsere Seele ein. Das ist ganz normal. Problematisch wird es, wenn nachts die Einsätze als Alpträume wiederkehren, wenn unter tags solche Szenen ganz unkontrolliert erscheinen und wenn das mit Stressreaktionen wie Unruhe, Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Angstgefühl verbunden ist.

Notfallseelsorge

Man kann etwas tun – Ein Angebot an euch…

Wenn die Konfrontation mit Einsätzen solche oder ähnliche Spuren hinterlässt, dann ist das die ganz „normale“ Reaktion auf ein „abnormales“ Ereignis. Es ist kein Grund zur Panik. Aber du kannst etwas tun. Reden hilft! Oft schon während eines Einsatzes aber auch später ist es hilfreich, die Dinge in Worte zu packen, sie auszusprechen und so zu ordnen. Die Frage ist: Mit wem darüber sprechen? Oft helfen schon Gespräche mit Kameraden und Kameradinnen. Es kann befreien und erleichtern, eigene Belastungen einfach mal auszusprechen und damit kurzfristig „Druck abzulassen“. Vielleicht hast du einen Freund, eine Freundin, einen Familienangehörigen, mit dem du so etwas besprechen kannst. Wenn ja, dann tu´s!

Immer aber hast du die Möglichkeit, dich an Fachberater zu wenden. Sie haben Zeit und Ahnung. Das Gespräch ist in jedem Fall vertraulich. Du musst nicht deinen Namen nennen. Oder ihr überlegt in der Löschgruppe, im Zug, ob eine qualifizierte Einsatznachbesprechung vielleicht allen helfen kann.

Notfallseelsorge