Notfallseelsorge

Feuerwehr- und Notfallseelsorge im Kreis Höxter

Seit dem 8. März 2000 besteht im Kreis Höxter die Notfall- und Feuerwehrseelsorge. Sie ist integriert in die Struktur der Feuerwehr und ergänzt bei extremen Belastungen die Rettungskette durch psychosoziale Betreuung von Opfern und Einsatzkräften. Die Notfallseelsorge hilft sowohl den Opfern als auch den Einsatzkräften. Dieser Sonderbereich in der Notfallseelsorge ist die Feuerwehrseelsorge. Hier geht es um Ausbildung, Begleitung und Betreuung der Einsatzkräfte selbst. Im Bereich der Feuerwehrseelsorge finden Sie bei Florian Höxter auch Infos für die Einsatzkräfte.

Diese Rubrik von Florian-Höxter.de zu den Notfallseelsorgern im Kreis Höxter beschäftigt sich somit, mit den drei folgenden Schwerpunkten:

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Warum Notfallseelsorge?

Das Erleben von Gewalt, Verletzung oder Tod bei Unfällen, Bränden und anderen Katastrophen bringt Menschen an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit. Folgen können zunächst Schlaflosigkeit, Alpträume, Wiedererleben der traumatischen Situation, überhöhte Reizbarkeit, Rückzug aus dem sozialem Umfeld u.a. sein. Dies sind Symptome für eine tief liegende Verletzung der „Seele“. Klingen sie innerhalb einiger Wochen nicht ab, besteht die Gefahr einer dauerhaften Lebensbeeinträchtigung. Man spricht von Posttraumatischen Belastungsstörungen. Es ist Auftrag der Notfallseelsorge, Betroffene zu unterstützen, mit den akuten Folgen eines traumatisierenden Erlebnisses adäquat umgehen zu lernen und ggf. weiterreichende Hilfe zu vermitteln. Der zeitnahe Einsatz am auslösenden Ereignis erweist sich als hilfreich bei der Verarbeitung des Erlebten.

Notfallseelsorge

Wer arbeitet in der Notfallseelsorge?

Die Notfallseelsorge im Kreis Höxter ist in die Struktur der Feuerwehr integriert. Die Alarmierung erfolgt im Regelfall über die Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst des Kreises Höxter. In der Notfallseelsorge arbeiten speziell ausgebildete Fachkräfte jener Kirchen, die in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zusammengeschlossen sind. Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger (NFS) unterliegen dem Beichtgeheimnis und genießen ein Zeugnisverweigerungsrecht, so dass ein geschützter Gesprächsrahmen garantiert ist. Notfalleinsätze haben für sie Priorität. Sie versehen ihren Dienst ehrenamtlich. Sie bringen ausreichend Zeit für die Betreuungsaufgaben mit. Der Einsatz der NFS gilt dann als abgeschlossen, wenn die Betroffenen stabilisiert sind, oder weiterführende, örtliche Betreuung gewährleistet ist.

  • Überbringen von Todesnachrichten in Zusammenarbeit mit der Polizei
  • Betreuung von Angehörigen bei plötzlichen Todesfällen, bei frustraner Reanimation, bei unklarer Todesursache
  • Betreuung der Eltern nach Plötzlichem Kindstod
  • Suizid und Suiziddrohung
  • Betreuung von Ersthelfern und Einsatzkräften
  • Unterstützung von Einsatzkräften in der Betreuung von unverletzten Beteiligten an Schadensereignissen
  • Großschadensereignisse


Der Kreis Höxter ist in vier Alarmierungszonen, in denen jeweils ein Notfallseelsorger 24-Stunden-Rufbereitschaft hat, eingeteilt. Hier eine Übersicht über diese Zonen:

Das System der Notfallseelsorge im Kreis Höxter

  • Zone 1: Marienmünster, Höxter, Beverungen
  • Zone 2: Steinheim, Nieheim, Brakel, Bad Driburg
  • Zone 4: Warburg, Willebadessen, Borgentreich

Zusätzlich steht auch eine Hintergrundbereitschaft zur Verfügung. Die Alarmierung erfolgt ausschließlich durch den Einsatzleiter vor Ort.

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Die Grundlagen – Warum einen „Fachberater Seelsorge“ (FBS)?

Auf der Grundlage des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung NRW obliegt dem Wehrführer die Sorge um die Einsatzkräfte. Er ist deshalb ermächtigt, in Einvernehmen mit der zuständigen Kirche eine geeignete Person zum „Fachberater Seelsorge“ zu ernennen. Neben der fachlichen Qualifikation muss der Fachberater Seelsorge Mitglied der Feuerwehr sein und an einschlägigen Fach- oder Sonderlehrgängen teilgenommen haben.

Die Aufgaben – Welchen Auftrag hat der „Fachberater Seelsorge“?

  • Vorbereitung auf die Tätigkeit als FBS durch regelmäßige Kontakte zu den Einheiten bei Ausbildung und Einsätzen
  • Mitarbeit und Mitwirkung bei der Aus- und Weiterbildung der Feuerwehrangehörigen im ethischen Bewusstsein und Stressmanagement
  • Beratung der Führungskräfte bei Planung, Übung und Einsatz in Bezug auf Fürsorge für Einsatzkräfte und Geschädigte
  • Ggf. seelsorgliche Betreuung der Einsatzkräfte während belastender Einsätze
  • Ggf. Organisation und Durchführung von Einsatzabschlüssen oder Einsatznachbesprechungen
  • Ggf. Vermittlung von Fachkräften, die weitergehende Betreuung/Behandlung wahrnehmen können
  • Unterstützung der Feuerwehrleute und deren Angehörigen bei persönlichen Problemen

Die Ansprechpartner – Die „Fachberater Seelsorge“

Im Kreisgebiet gibt es zur Zeit in folgenden Kommunen Fachberater Seelsorge. Die Fachberater stehen allen Kameradinnen und Kameraden aus Feuerwehr und Rettungsdienst für Gespräche zur Verfügung. In diesem Zusammenhang finden Sie hier bei Florian Höxter deswegen auch Infos für Einsatzkräfte.

Für die Stadt Höxter:
Wilfried Loik – Tel. 05275/634

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Infos für Einsatzkräfte – Keine Zeit zum Nachdenken

Wenn wir Menschen oder Tiere aus Notlagen befreien, Brände gelöscht, Verletzte oder Kranke versorgen, wenn wir in Notfällen helfen, dann sind Gefühle nicht gefragt. Es gibt kaum eine berufsmäßige oder ehrenamtliche Helfergruppe, die mit soviel Leid, Sterben und Tod konfrontiert wird wie Feuerwehrleute und Rettungskräfte. Wir kommen dann zum Einsatz, wenn der Rahmen funktionierender Normalität auseinander bricht. Mit großer technischer Professionalität erledigen wir als Einsatzkräfte die Aufgabe, zu der wir einmal ja gesagt haben: Betroffenen in Not zu helfen. Und doch lässt sich einiges so einfach nicht wegstecken.

Entsetzliche Konfrontationen – Die Bilder holen uns ein

Nicht nur spektakuläre Einsätze, auch Routineaufgaben können Eindrücke hinterlassen, an denen ich zu kauen habe, weil sie immer wieder hochkommen. Es erschüttert, wenn wir manchmal nur ohnmächtig zusehen können. Wir werden konfrontiert mit:

  • entsetzlich verstümmelten oder verbrannten Menschen,Notfallseelsorge
  • sterbenden Menschen,
  • erfolgloser Reanimation von Kindern,
  • plötzlichem Kindstod,
  • Suizidenten,
  • Opfer sinnloser Gewalt,
  • dem Tod von Bekannten und Freunden,
  • Einsatzsituationen, in denen die eigene Gesundheit auf dem Spiel steht,
  • eigenem Fehlverhalten, das Folgen hat,
  • der Tatsache, dass unsere Hilfe trotz aller Anstrengung zu spät kommt.

Die Erinnerungen bleiben – Wenn es einfach zuviel wird…

Solche Einsätze können ganz heftig an die Nieren gehen. Eines ist allen gemeinsam: Die Bilder, die sich da geboten haben, bleiben ganz prägnant in Erinnerung. Mancher kann noch nach Jahren jede Einzelheit wiedergeben. Am Schlimmsten ist es, wenn Kinder oder Kameraden betroffen sind. Diese Bilder brennen sich in unsere Seele ein. Das ist ganz normal. Problematisch wird es, wenn nachts die Einsätze als Alpträume wiederkehren, wenn unter tags solche Szenen ganz unkontrolliert erscheinen und wenn das mit Stressreaktionen wie Unruhe, Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Angstgefühl verbunden ist.

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Man kann etwas tun – Ein Angebot an euch…

Wenn die Konfrontation mit Einsätzen solche oder ähnliche Spuren hinterlässt, dann ist das die ganz „normale“ Reaktion auf ein „abnormales“ Ereignis. Es ist kein Grund zur Panik. Aber du kannst etwas tun. Reden hilft! Oft schon während eines Einsatzes aber auch später ist es hilfreich, die Dinge in Worte zu packen, sie auszusprechen und so zu ordnen. Die Frage ist: Mit wem darüber sprechen? Oft helfen schon Gespräche mit Kameraden und Kameradinnen. Es kann befreien und erleichtern, eigene Belastungen einfach mal auszusprechen und damit kurzfristig „Druck abzulassen“. Vielleicht hast du einen Freund, eine Freundin, einen Familienangehörigen, mit dem du so etwas besprechen kannst. Wenn ja, dann tu´s!

Immer aber hast du die Möglichkeit, dich an Fachberater zu wenden. Sie haben Zeit und Ahnung. Das Gespräch ist in jedem Fall vertraulich. Du musst nicht deinen Namen nennen. Oder ihr überlegt in der Löschgruppe, im Zug, ob eine qualifizierte Einsatznachbesprechung vielleicht allen helfen kann.

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