PSU-Team

Psychosoziale Unterstützung für Feuerwehr und Rettungsdienst

Seit September 2011 verfügen die Feuerwehren im Kreis Höxter über eine PSU-Gruppe, die Einsatzkräfte nach extrem belastenden Einsätzen bei der Aufarbeitung traumatischer Erfahrungen unterstützt. Tag und Nacht stehen im Kreis Höxter ca. 3500 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner bereit, um Leben zu retten und Sachwerte zu schützen. Sie sind hochqualifiziert und arbeiten mit Spezialgerät. Sie sind darauf trainiert, auch in Extremsituationen effektiv Hilfe leisten zu können.

Doch was passiert, wenn Einsatzkräfte dennoch an ihre Grenzen stoßen? Wenn sie mit dem Tod von Kindern, von Freunden oder Kameraden konfrontiert werden. Was geht in ihnen vor, wenn sie im Einsatz selbst in Lebensgefahr geraten? Diese Problematik wird in den Feuerwehren seit dem ICE-Unglück von Eschede im Jahre 1998 diskutiert. Um die Gesundheit der eigenen Einsatzkräfte zu schützen, haben die Feuerwehren im Kreis Höxter eine PSU-Gruppe aufgestellt.

PSU steht für psychosoziale Unterstützung. Wesentliche Aufgabe dieser Fachkräfte, die selbst aktive Feuerwehrleute oder Mitarbeiter des Rettungsdienstes sind, ist die Ausbildung und Vorbereitung der Kameradinnen und Kameraden für den Umgang mit extremen Einsatzstress. Denn um diese Gefahrenquellen zu wissen und damit umgehen zu können, ist der beste Schutz vor so genannten Posttraumatischen Belastungsstörungen. Außerdem steht die PSU-Gruppe bereit, nach belastenden Einsätzen einen strukturierten Einsatzabschluss zu organisieren oder im Nachgang gemeinsam mit Notfallseelsorgern Einsatznachbesprechungen, so genannte Debriefings, durchzuführen.

Die Einsatzkräfte der PSU-Gruppe haben sich in einem dreitägigen Lehrgang speziell für diese Tätigkeiten qualifiziert. Mit dem überreichen der Zertifikate nahm Kreisbrandmeister Rudolf Lüke am 24. September 2011 die Gruppe offiziell in Dienst.

Das PSU-Team zur offiziellen Indienststellung